Pro Rad. Pro Aktiv - bewegt durch Graz und den Alltag

Projektträger/in 

  • Organisation: JUKUS – Verein zur Förderung von Jugend, Kultur und Sport
  • Kontakt: Ali Özbas, ali@jukus.at, Alena Strauss, alena@jukus.at

Wichtige Kooperationspartner/innen

  • Stadtteilarbeit EggenLend, WIKI Kinderbetreuungs GmbH
  • Stadtteilzentrum Triester, VEREIN ILLUSIONS – Koordinationsbüro für Soziokulturelle Projekte und Initiativen
  • JO! Mobilitätsbildung e.U.

Adressiertes Setting

Setting: Gemeinden/Stadtteile

  • Anzahl: 3 Stadtteile von Graz (EggenLend, Floß-Lend und Triester)
  • Bundesland: Steiermark

Die Idee des Projekts 

Das Projekt setzt an der Bewusstseinsebene für Bewegung, als positives Lebensgefühl an und begleitet die Teilnehmenden hin zu einer gesundheitsförderlichen, bewegten Freizeitgestaltung in ihrem sozialen Umfeld.

Die Zielsetzung(en) des Projekts

Das oberste Projektziel war die Implementierung von aktiver Mobilität in den Alltag der Zielgruppen, in den am Projekt beteiligten Stadtteilen. Dabei lag der Projektfokus, einerseits auf der Sensibilisierung für eine gesundheitsfördernde aktive Lebensweise, andererseits auf Empowerment und Aktivierung, sowie einer gesundheitsfördernden sozialen Netzwerkbildung und Freizeitgestaltung. Alle Projektaktivitäten zielten auf diese Förderung eines bewegten Alltags, durch die Sensibilisierung für aktive Mobilität ab.

Im Sinne eines Health in all Poicies-Ansatzes stellte auch die Gestaltung und Förderung von Lebens-/Rahmenbedingungen die aktive Mobilitätsformen ermöglichen, ein weiteres Projektziel dar.

Alle bereits genannten Projektziele wurden im Kontext einer Erhöhung der gesundheitlichen Chancengerechtigkeit gelesen und verfolgt.

Aktivitäten & Methoden

  • Umfassenden Aktivierung in den drei beteiligten Stadtteilen: Im persönlichen 1:1-Gespräch wurden 130 Personen mittels Fragebögen persönlich mit aktivierenden Gesprächen zu aktiver Mobilität erreicht.
  • Zielgruppenspezifische Workshop-Reihe zu den Themenschwerpunkten:
    • Sicher Radfahren – gesund Radfahren
    • Aktiv und gesund durch den Alltag
    • Stadtteil-Wege
    • Aufeinander schauen – auf mich schauen. Gemeinsam achtsam unterwegs sein.
  • Aktiv-Tage in den Stadtteilen: um gemeinsam in Bewegung zu kommen wurden in allen Stadtteilen Fahrradausflüge, Fahrradtrainings für Kinder und Jugendliche, sowie für Erwachsene, Mobilitätsprobetage zum Ausprobieren neuer, aktiver Mobilitätsformen (Roller, Lastenräder und vieles mehr) und Geh-Tage organisiert. Im Laufe des Projekts haben insgesamt 1082 Personen an den Aktiv-Tagen teilgenommen und sich beteiligt.
  • Die Abschlussveranstaltung: LEBEN, WOHNEN & BEWEGEN rückte aktive Mobilität einmal mehr ins Zentrum der Aufmerksamkeit
  • Pro Aktiv-Foren in den Stadtteilen sicherten Vernetzung und Austausch zwischen zentralen Akteur*innen, Politik und Verwaltung und den aktiv beteiligten Menschen aus den Stadtteilen. In diesem Rahmen wurden Möglichkeiten und Rahmenbedingungen für die Förderung von aktiver Mobilität auf regional struktureller Ebene angesprochen, sowie neue Ideen für die Schaffung und Verankerung von guten Rahmenbedingungen für aktive Mobilität in den Stadtteilen entwickelt.  

Ergebnisse

Besonders wichtig war in diesem Projekt die laufende Wissensvermittlung über den Zusammenhang von Gesundheit und aktiver Bewegung im Alltag. Durch die vielen Aktivitäten in den Stadtteilen und den vielen persönlichen Gesprächen in den Stadtteilzentren mit den Bewohner*innen konnte das Thema bei der Bevölkerung gut verankert werden.

Dadurch erfolgten bei mehreren Personen in allen drei Stadtteilen Verhaltensänderungen im persönlichen Mobilitätsverhalten. Diese Personen, die jetzt vor allem öfter zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs sind, wirken in den Siedlungen als Multiplikatoren.

Die Strukturen konnten kurzfristig noch nicht geändert werden. Aber die in den Stadtteilen gemeinsam mit Vertreter*innen der Politik und der Verwaltung durchgeführten Foren haben konkrete Ergebnisse hinsichtlich durchzuführender Maßnahmen gebracht. Seitens der Politik wurde in mehreren Fällen eine konkrete Zusage zur Durchführung von Maßnahmen zur Verbesserung der Voraussetzungen für das Zu-Fuß-Gehen und das Radfahren im Stadtteil gemacht.

In allen drei Stadtteilen ist es gelungen, einzelne Aktivitäten aus den Projekt Pro Rad. Pro Aktiv dauerhaft anzubieten, vor allem regelmäßig, zumindest monatlich wie zum Beispiel Fahrradtrainings oder gemeinsame Spaziergänge.

In jedem Fall sind durch das Projekt die Gesundheitskompetenz und vor allem die gesundheitliche Chancengleichheit in Bezug auf die Zielgruppen gestiegen.

Lernerfahrungen des Projektes

  • Das Wetter ist ein zentraler Faktor, der den Erfolg von Aktivitäten massiv beeinflusst.

  • Niederschwelligkeit ist zentral.

  • Kontinuierliche Angebote wirken, deshalb wurden in FloßLend und in EggenLend mit „Walk & Talk“ und mit „NaNet Aktiv“ wöchentliche Angebote mit den Schwerpunktthema aktive Mobilität etabliert.

  • Die Lebenswelten der Menschen müssen stärker berücksichtigt werden, nach körperlich anstrengenden Arbeitstagen wird der Vorschlag aktiv unterwegs zu sein anders wahrgenommen, als nach einem Arbeitstag im Büro.

  • Bei der Projektentwicklung immer die unterschiedliche Wirksamkeit und Zweckmäßigkeit der eingesetzten Methoden und Aktivitäten mitbedenken. Veranstaltungen mit aktiver Teilhabemöglichkeit der Teilnehmer*innen, möglichst im direkten Wohnumfeld, sind für eine sozioökonomisch schwache, ggf. bildungsferne Zielgruppe jedenfalls wirksamer als reiner Wissenstransfer im Rahmen von „Workshops“. In Kombination mit anderen lustvollen Aktivitäten, wie Fahrrad-Check, Kulinarik etc. werden jedoch auch Workshops gut angenommen.